In 8 einfachen Schritten zum Facebook Pixel Opt-out mit dem Google Tag Manager

Praxis Anleitung für den Facebook Pixel Opt-out

Für den datenschutzkonformen Einsatz des Facebook-Pixels auf deiner Webseite, musst du deinen Besuchern die Möglichkeit geben, sich über einen Opt-out Link in deiner Datenschutzerklärung vom Tracking auszuschließen. Eine explizite Opt-in Einwilligung ist für den Facebook Pixel noch nicht nötig, solange du keinen erweiterten Abgleich bei Facebook eingestellt hast. Wenn du den erweiterten Datenabgleich nutzt, dann brauchst du ein Opt-in dafür, doch für den normalen Einsatz des Pixels vorerst nicht.

Dies ist nach meinem Wissen der Fall, aber natürlich bin ich keine Anwalt und das ist auch keine Rechtsberatung. Im Zweifel lieber einen Anwalt fragen.

In diesem Artikel möchte ich dir in 8 einfachen Schritten erklären, wie du den Opt-out Link für den Facebook Pixel auf deiner Webseite umsetzt mit Hilfe des Google Tag Managers.

Ich setzte in diesem Artikel voraus, dass du den Facebook Pixel bereits auf deiner Webseite über den Google Tag Manager integriert hast. Die Einrichtung dazu ist kinderleicht, falls du das noch machen möchtest.

So sieht der grundlegende Ablauf aus

Das Prinzip funktioniert so: Wir setzen einen Cookie, wenn der Besucher auf deiner Webseite den Link zum Facebook Pixel Opt-out klickt. Dieser Cookie wird dann genutzt, um das Tracking des Pixels zu unterbinden. Ich zeige dir das Schritt für Schritt auf und stelle dir auch die entsprechenden Codes und Befehle zum einfachen Kopieren zur Verfügung. Bist du bereit? Dann lass uns loslegen!

Schritt 1: Link in der Datenschutzerklärung einfügen

Wenn du den Facebook Pixel auf deiner Webseite nutzt, gehört natürlich als erstes ein entsprechender Passus in deine Datenschutzerklärung. Du kannst dir solch einen Passus zum Beispiel mit einen Datenschutz Generator erstellen lassen oder du schaust mal bei uns in den Datenschutz.

Dieser Passus muss jetzt noch erweitert werden, mit dem Hinweis zum Opt-out des Facebook Pixels.

Sie können das Tracking über den Facebook Pixel jederzeit verhindern, indem Sie auf den Link Facebook Pixel deaktivieren klicken.

Den Satzabschnitt „Facebook Pixel deaktivieren“ müssen wir jetzt noch als Link kennzeichnen und diesem Link eine ID geben. Über diese ID können wir später den Link bzw. den Klick auf den Link im Google Tag Manager triggern. Das href Attribut setzen wir als #, da der Link sonst keine weitere Funktion benötigt.

Der HTML-Code sieht dafür folgendermaßen aus:

kopieren

Schritt 2: Trigger im Google Tag Manager einstellen

Diesen Trigger (klick auf den Link in Schritt 1) benötigen wir, um den Cookie in Schritt 3 zu setzen.

Geh als erstes auf Trigger (1) und lege einen neuen Trigger an (2). Dann kannst du ganz oben einen Namen für diesen Trigger vergeben. Als Trigger-Typ wählst du dann „Klick – Nur Links“ (3) aus und setzt den Radio-Button auf „Einige Klicks auf Links“ (4). Nun wählst du, wann dieser Trigger ausgelöst werden soll (5).

Wir wollen den Trigger auslösen, wenn der Benutzer auf den Link mit der gesetzten ID aus Schritt 1 klickt. Daher wählst du als erstes die Click ID (wenn du diese Funktion nicht zur Verfügung hast, wechsel links unter Trigger auf Variablen, dann auf konfigurieren und wähle da Click ID in der Liste aus).

Der Trigger soll ausgelöst werden, wenn der Wert ist gleich der ID ist, die wir im Link vergeben haben, also fb-opt-out. Dann das Ganze speichern und fertig.

Schritt 3: Tag für den Cookie anlegen

Tag für den Cookie vergeben

Nun erstellen wir den Tag, wo wir den Cookie festlegen. Dazu auf Tags (1) klicken und einen neuen Tag (2) anlegen und benennen. Als Tag-Typ wählst du „Benutzerdefiniertes HTML“ und fügst dann den Code, der hier unten aufgeführt ist ein:

kopieren

(Quelle: https://marthijnhoiting.com/set-a-cookie-with-the-google-tag-manager/)

Nun geben wir dem Cookie einen Name unter „var cookieName = „fboptout“;“ und setzen den Cookie auf „true“. Bei expirationTime also der Ablaufzeit des Cookies habe ich einen Zeitraum von 15 Jahren gewählt in Sekunden. So lange bleibt der Cookie gesetzt, wenn er nicht gelöscht wird. Ich denke 15 Jahre sollten ausreichen, eine längere Lebensdauer hat wohl kein technisches Gerät.

Als nächstes legen wir nun den Trigger aus Schritt 2 fest, der dann diesen Cookie auslöst (5) und speichern das alles ab.

Schritt 4: Variable festlegen, die den Wert des Cookies ausliest

Wenn der Besucher auf den Facebook Pixel Opt-out Link klickt, wird nun der Trigger ausgelöst, der Cookie gesetzt und in Schritt 4 eine Variable erzeugt, die erkennt, dass der Cookie mit den Wert „true“ gesetzt wurde. Diese Variable brauchen wir später, um das Tracking des Facebook Pixels zu unterbinden.

Variable für den Opt-Out Cookie setzen

Wir wählen die Variablen (1) und erstellen eine Neue (2). Dann vergeben wir wieder einen Namen und wählen als Variablen-Typ der First-Party-Cookie aus (3). Nun legen wir fest, für welchen Cookie-Namen das Ganze zählt (4). Hierbei ist wichtig, das der Wert im Cookie Name genau so heißt, wie wir den in Schritt 3 vergeben haben. Also „var cookieName = „fboptout„;“. Abspeichern und fertig.

Schritt 5: Testen, was wir bisher verzapft haben

Link gesetzt, Trigger eingestellt, Tag konfiguriert und Variable festgelegt. Zeit zum Testen! Dafür lassen wir uns jetzt die Vorschau im Tag Manager anzeigen oben rechts (neben den blauen Senden Button) und wechseln auf unsere Seite und laden diese mal neu. Jetzt sollte sich der Google Tag Manager im unteren Bereich der Seite auftun.

Navigiere zur Datenschutzerklärung, wo der Facebook Opt-out Link „Facebook Pixel deaktivieren“ steht und klicke drauf (1). Nun sollte der Google tag Manager seinen Tag abfeuern, was du daran erkennst, dass in der Summary der FB Opt-out (oder wie auch immer du den Tag genannt hast) steht (2).

Prüfe, ob auch die Variable gesetzt ist und erkannt hat, dass der Link geklickt wurde. Dazu wechselst du im Google Tag Manager auf das letzte Ereignis (gtm.linkClick) (1) auf den Reiter Variables und dort solltest du den Eintrag finden zur Variable FB Opt-out mit dem Typ First-Party-Cookie und dem Wert true.

Wenn dem so ist, funktioniert bis jetzt alles, herzlichen Glückwunsch, wir können weiter machen.

Schritt 6: Variable nutzen, um einen weiteren Trigger zu konfigurieren

Die Variable aus Schritt 4 hat nun den Wert „true“ übernommen und dies teilen wir nun einen weiteren Trigger mit. Diesen Trigger benötigen wir dann im nächsten Schritt, um das Tracking vom Facebook Pixel zu deaktiveren. Aber eins nach dem anderen.

Du kennst das Spiel: Trigger (1) neu erstellen (2) und einen Namen geben. Als Trigger-Typ wählen wir diesmal unter Seitenaufruf „DOM ist bereit.“ (3) und lösen diesen Trigger bei einigen Ereignissen, die bei bereitem DOM-Objekt ausgelöst werden, aus (4).

Nun wählen wir die Variable aus Schritt 4 mit dem Namen FB Opt-out und setzen den Wert auf „ist nicht gleich“ mit dem Wert „true“ (5).

Das besagt nun folgendes: Wenn der Besucher auf den Opt-out Link klickt, dann löst der Trigger aus Schritt 2 den Cookie aus Schritt 3 aus und die Variable aus Schritt 4 erkennt das und übernimmt den Wert. Der neue Trigger aus Schritt 6 macht nun erstmal gar nichts, solange die Variable nicht den Wert „true“ erhalten hat. Erst wenn der Besucher mit seinem Linkklick den Prozess in Gang setzt, dann springt auch der Trigger aus Schritt 6 an.

Und genau das nutzen wir jetzt, um das Tracking des Facebook Pixels zu verhindern.

Schritt 7: Tag anlegen, der das Pixel Tracking verhindert

An dieser Stelle brauchen wir jetzt deinen bereits vorhanden Tag, als du den Facebook Pixel mit deinem Google Tag Manager verknüpft hast. Solltest du den nicht haben, dann musst du den Tag natürlich noch erstellen, sonst hat das vorherige alles keinen Sinn. Du kannst dir den Pixel Code aus deinem Facebook Werbeanzeigenmanager rauskopieren und als Benutzerdefiniertes HTML im Tag hinterlegen.

Facebook Pixel Tracking verhindern über den Google Tag Manager
Wir gehen auf Tag (1) und wählen den vorhandenen Tag für den Facebook Pixel aus (2). Jetzt sollte bei dir noch der alte (falsche) Trigger drin stehen (3) zum Seitenaufruf für All Pages. Diesen Trigger müssen wir jetzt ersetzen mit dem neuen Trigger aus Schritt 6, wie es im Bild gezeigt ist. Dann speichern und das wars schon.

Schritt 8: Speichern und final Testen

Wir haben es fast geschafft und wechseln zum finalen Test nochmal in den Vorschaumodus und aktualisieren diesen mit einem Klick unterhalb des orangen Banners zur Vorschau des Arbeitsbereichs.

Dann wechsel auf deine Seite und aktualisiere diese zur Sicherheit. Um zu prüfen, ob der Pixel noch aktiv ist, würde ich dir das Chrome Browser Plugin Facebook Pixel Helper empfehlen. Da wir bereits in Schritt 5 den Link geklickt und die Cookies gesetzt haben, sollte der Pixel Helper keine Pixel mehr erkennen.

Facebook Pixel Helper zeigt kein Tracking

Wenn dem so ist, dann hat alles funktioniert. Du kannst auch gerne nochmal die Cookies auf dieser Seite löschen, entweder indem du auf das Schloss neben der URL im Browser klickst und auf Cookies gehst. Dort findest du dann unter deiner Seite den Ordner Cookies und suchst dann den fpoptout Cookie raus bzw. den Cookie, wie du ihn benannt hast.

Oder du nutzt ein schönes Chrome Plugin, den EditThisCookie und löscht den Cookie darüber raus. Jetzt sollte der Facebook Pixel Helper wieder anschlagen, nachdem du deinen Browser aktualisiert hast. Durch erneuten Klick und anschließender Aktualisierung auf den „Facebook Pixel deaktivieren“ ist der Pixel wieder verschwunden.

Facebook Pixel wieder aktiv

Wenn alles geklappt hat, dann darfst du jetzt nicht vergessen, den gesamten Prozess im Google Tag Manager abzuspeichern. Klicke oben rechts auf Senden, vergib deinen Versionsname und veröffentliche die Änderungen.

Fertig! Ich hoffe es war verständlich und jetzt viel Spaß beim nachmachen.

Von |2019-04-14T11:18:09+02:00Mai 23rd, 2018|DSGVO, Google Tag Manager|

7 Comments

  1. Marc 20. September 2018 um 21:47 Uhr - Antworten

    Leider kan ich den HTML mit keinem Browser sehen (Chrome, Edge FF) 🙁

    • Toni Frisch 21. September 2018 um 09:51 Uhr - Antworten

      Hallo Marc, siehst du die HTML Codes jetzt? Es müsste nun gehen.
      LG
      Toni

  2. Martin 18. Juli 2018 um 19:00 Uhr - Antworten

    Hallo auch

    Ich kann den HTML-Code auch nicht sehen.

    Aber was viel schlimmer ist,ich habe ja schon mehrere Methoden ausprobiert um ein Opt-Out vom Pixel tz ermöglichen doch auch diese Methode mit dem Tag Manager fünktioniert bei mir nicht.

    Der Pixel ist und bleibt aktiv leider.

    Bin für jede Lösung dankbar.

    Liebe Grüße
    Martin

    • Toni Frisch 18. Juli 2018 um 22:07 Uhr - Antworten

      Hallo Martin,

      ich habe die HTML Codes geprüft und sie werden mir auf verschiedenen Geräten angezeigt. Seltsam, dass du diese nicht siehst. Diese Methode habe ich genau wie beschrieben auch schon auf verschiedenen Seiten umgesetzt und es funktioniert. Um den Fehler bei dir zu finden, müsste man es sich anschauen, alles andere wäre Raten. Du kannst aber auch eine vorherige Cookie Erlaubnis abfragen. Erst wenn der Kunde einwilligt, wird der Pixel aktiv. Das geht zum Beispiel mit dem Borlabs Plugin.

      LG Toni

  3. Matthias 5. Juni 2018 um 10:25 Uhr - Antworten

    Hi!

    Im ersten Abschnitt ist ein Fehler „Der HTML-Code sieht dafür folgendermaßen aus: (HIER FEHLT DEIN BEISPIEL)“

    Toller Beitrag, schönen Tag 🙂

    • Toni Frisch 5. Juni 2018 um 10:44 Uhr - Antworten

      Hallo Matthias,
      vielen Dank für deinen Hinweiß! Das war ein kleines Cache Problem, welches nun behoben wurde. Nun sollten alle notwendigen Codes für den Facebook Opt-out mit dem Google Tag Manager sichtbar sein, damit sie einfach kopiert werden können. Liebe Grüße Toni

      • Matthias 5. Juni 2018 um 11:55 Uhr - Antworten

        Perfekt! Vielen Dank 🙂

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